Die deutschen Dialekte sind eigenständige, landschaftlich geprägte Sprachformen, die sich unabhängig von der modernen Schriftsprache aus dem Alt- und Mittelhochdeutschen sowie dem Alt- und Mittelniederdeutschen entwickelt haben. Gemeinsam bilden sie einen wesentlichen Bestandteil des kontinentalwestgermanischen Dialektkontinuums.
Soziolinguistisch betrachtet lassen sich diese Dialekte als westgermanische Sprachvarietäten definieren, für die das Standarddeutsche als Kultursprache fungiert oder zu denen es die engste Verwandtschaft aufweist.
Traditionell unterteilt man die Dialekte nach dem Ausmaß, in dem sie an der zweiten Lautverschiebung teilgenommen haben – ob vollständig, teilweise oder gar nicht. Daraus ergeben sich die drei Hauptgruppen: Oberdeutsch, Mitteldeutsch und Niederdeutsch. Eine Sonderrolle nimmt das Niederfränkische ein; es entzieht sich dieser Klassifizierung, da es in einer historischen Kontinuität zum Altniederländischen steht und nicht mit dem Althoch- oder Altniederdeutschen in derselben direkten Weise verbunden ist.

